Wer hat die älteste Waschmaschine im Landkreis Südliche Weinstraße? Mit dieser Frage hatte der

Landkreis im September seine mittlerweile dritte Geräte-Tauschaktion auf den Weg gebracht. Auf den

Aufruf haben sich rund 90 Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis gemeldet. Darunter auch der

Sohn von Karin und Ralf Sponheimer aus Ranschbach. Denn in der Halle neben dem Haus seiner

Eltern stand bislang eine über 40 Jahre alte Waschmaschine – die noch immer ihren Dienst tat. Am

Mittwoch wurde das Gerät von der Firma Elektro Nico aus Bad Bergzabern durch ein neues ersetzt, auf

Kosten des Landkreises.

Allein optisch – das wurde klar, als sie nebeneinanderstanden – könnten die zwei Geräte nicht

unterschiedlicher sein: Während das alte Miele-Gerät der Familie Sponheimer eher schmal geschnitten

ist und seine Öffnung oben hat, also ein sogenannter Toplader ist, steht die um einiges „jüngere

Schwester“ der Marke Bosch breiter, mit einem größeren Fassungsvermögen, einer Fronttür und weit

moderner da. Kein Wunder, die beiden Waschmaschinen trennen über 40 Jahre! Dieser

Altersunterschied macht sich natürlich auch an der Technik und vor allem am Energieverbrauch

bemerkbar.

„Uns als Landkreis ist bewusst, dass wir mit diesem Waschmaschinen-Tausch nicht die Welt retten. Mit

der Aktion wollen wir vielmehr die Aufmerksamkeit der Bürgerinnen und Bürger darauf lenken, dass sie

ihre Waschmaschinen und generell ihre Haushaltsgeräte auf ihr Alter und ihren Verbrauch hin

überprüfen und gegebenenfalls durch energiefreundlichere Neugeräte austauschen. Denn jede

eingesparte Kilowattstunde Strom und jeder Liter Wasser weniger sind ein Gewinn für unsere Umwelt“,

betonte Landrat Dietmar Seefeldt bei der Geräteübergabe in Ranschbach. Das neue Gerät der

Sponheimers verbraucht etwa zwei Drittel weniger Strom und Wasser im Vergleich zum alten, wie Nico

Sandhövel, Inhaber von Elektro Nico, vor Ort berichtete. Vorausgesetzt, das Gerät werde effizient

genutzt und nicht zum Beispiel jeden Tag nur eine halbe Trommel gewaschen.


Fünf Waschmaschinen im Finale

Die Waschmaschine der Familie Sponheimer setzte sich gegen vier weitere Geräte im Losverfahren

durch. Weshalb überhaupt gelost werden musste, erklärte SÜW-Klimaschutzmanagerin Agnes Bartmus:

„Anhand der Produktions- beziehungsweise Gerätenummern konnten wir leider nicht mehr

nachvollziehen, wie alt genau die Geräte sind. Auch die von uns angefragten Hersteller sowie die

Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz konnten uns nicht weiterhelfen. Da die Geräte die übliche

Lebensdauer weit überschritten haben, gibt es dazu keine Daten mehr, weshalb man nur noch den

gesamten Produktionszeitraum der Modelle und kein einzelnes Produktionsjahr nachvollziehen kann.“

Dieser Zeitraum reichte bei den fünf Finalisten jeweils bis in die 1970er-Jahre zurück. Das Modell der

Sponheimers wurde zwischen 1976 und 1984 gebaut – ist also zwischen 41 und 49 Jahren alt.

Wann genau sie die Maschine von ihren Großeltern geerbt hat, daran kann sich Karin Sponheimer nicht

erinnern, aber sie sei damals noch relativ neu gewesen. Die alte Waschmaschine ist übrigens eines von

drei Geräten im Haus der Familie und wurde bis zuletzt einmal pro Woche für die Arbeitskleidung von

Ralf Sponheimer genutzt. Eine weitere ist für den privaten Gebrauch, die dritte für die Wäsche der

Gästezimmer. Das Neugerät, für das es von Nico Sandhövel noch vor Ort eine Einweisung gab, wird für

den privaten Gebrauch genutzt werden.


Vom Stampfer bis Tim und Struppi

Unter den rund 90 eingesendeten Fotos erreichten die Kreisverwaltung SÜW so manche Schätze und

Kuriositäten. Dazu gehört etwa eine Waschmaschine, die über und über mit Stickern von „Tim und

Struppi“, der belgischen Comic-Reihe, beklebt ist. Sie schaffte es aufgrund ihres Alters jedoch nicht in

die engere Auswahl. Außer Konkurrenz lief ein elektrischer Wäschestampfer, der zu Zeiten von

Waschbütten und -brettern dabei half, die Wäsche in einer Lauge zu bewegen.